Künstlerbiografie
Von der medizinischen Forschung in die surreale Traumwelt
Als Gabriele Breu Ende 2019 nach vielen Jahren Stadtleben von München ins Chiemgau zog, ahnte sie nicht, dass dieser Ortswechsel ihr Leben neu ausrichten würde. Kurz darauf kam der Lockdown. Die Welt wurde still, Treffen mit Familie u Freunden brachen weg, und die hohen weißen Wände ihrer neuen Loftwohnung wurden plötzlich zu einem Resonanzraum für Fragen, die lange keinen Platz gehabt hatten: Wer bin ich jenseits von Funktion, Leistung und Vergangenheit? Welche Träume habe ich verloren? Und welche Bilder leben noch in mir?
Die Kunst war für Gabriele Breu nie verschwunden. Schon als Kind lebte sie in Farben, zeichnete, malte und erschuf eigene Fantasiewelten. Kunst war Rückzugsort, Schutzraum und innere Heimat. Dennoch folgte sie zunächst einem anderen Weg und arbeitete viele Jahre in der medizinischen Forschung, unter anderem im Bereich neuer Krebsmedikamente. Ihre Neugier für tiefere Zusammenhänge, für das Unsichtbare hinter dem Offensichtlichen, blieb dabei stets präsent – nur die Kunst rückte lange in den Hintergrund.
Erst die Stille der Pandemie öffnete diese Tür wieder. Auf einsamen Spaziergängen begann Gabriele Breu, ihre Umgebung fotografisch festzuhalten: Landschaften, Stimmungen, Perspektiven, flüchtige Momente. Aus diesen Momentaufnahmen entwickelte sie digitale Collagen, in denen sich Realität, Erinnerung und Imagination überlagern. Was zunächst wie ein persönlicher Rückweg zur Kreativität begann, wurde zu einer eigenständigen künstlerischen Sprache. Im Juni 2022 kündigte sie ihre Arbeit und entschied sich endgültig für den Weg als freiberufliche Künstlerin.
In ihren Werken verhandelt Gabriele Breu die Frage, was Wirklichkeit ist – und was Interpretation. Ihre digitalen Bildwelten sind visuelle Tagebücher, in denen Psychologie, Spiritualität, Erinnerung und Innenschau miteinander verschmelzen. Farben, Formen und fotografische Fragmente werden intuitiv kombiniert, verdichtet und neu zusammengesetzt. So entstehen vielschichtige Räume, die nicht erklären, sondern öffnen: für Ambivalenz, für neue Perspektiven und für das stille Staunen über die Vieldeutigkeit des Lebens.
Das digitale Medium gibt ihr dabei genau die Freiheit, die ihre Kunst braucht. Sie kann unterwegs arbeiten, Eindrücke unmittelbar aufnehmen und innere Bilder spontan weiterentwickeln. Reisen, Naturerlebnisse und persönliche Reflexion fließen direkt in ihren Prozess ein. Ihre Werke sind keine bloßen Kompositionen, sondern innere Landschaften – Räume zwischen Realität und Traum, zwischen Vergangenheit und neuer Möglichkeit. Seit ihrem Schritt in die Kunst stellt Gabriele Breu international aus und verkauft ihre Arbeiten weltweit. Werke befinden sich unter anderem in Hawaii, Südtirol und Singapur. Positive Resonanz, Verkäufe und Expertenfeedback bestätigen ihren Weg. Für die Zukunft plant sie, ihre digitale Bildsprache weiterzuentwickeln – mit neuen Druckverfahren, plastischen Elementen, Lichtinstallationen und der Verbindung von Kunst und Design. Gabriele Breu lebt und arbeitet heute in Kolbermoor im Chiemgau. Ihre Kunst zeigt, dass Krisen nicht nur Brüche sein müssen, sondern Türen: zu innerer Wahrheit, zu neuer Freiheit und zu Bildern, die sichtbar machen, was lange verborgen war.